AMPARD-Schwarmspeicher stabilisieren das Schweizer Stromnetz

19.02.2016 11:20

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Seit Dezember 2015 erbringt Ampard AG in der Schweiz mit einem Pool aus dezentralen Speichern Regelleistung, welche das Stromnetz stabilisiert. Die Bilanz der ersten zwei Monate ist äusserst positiv: Alle vernetzten Solarstromspeicher – die meisten stehen in Einfamilienhäusern und haben eine Batteriegrösse von 9 kWh – liefern schnell und verlässlich Regelleistung.

Um das Stromnetz jederzeit in einem stabilen Zustand zu halten braucht es so genannte Regelleistung. Mit dem Energie-Management-System AMPARD werden mehrere Solarstomspeicher zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengefasst. Gemeinsam stellen sie Primärregelleistung bereit. Bei diesem Typ von Regelleistung kommt es nicht auf die Grösse eines Speichers sondern auf dessen rasche Reaktionsfähigkeit an. Ein Speicher wird lediglich für sehr kurze Leistungsimpulse genutzt, welche die Netzfrequenz stabilisieren: Die exakt gleiche Menge an Strom, welche geladen wird, wird kurze Zeit später wird ins Netz entladen. Der Batterieladezustand ändert sich dabei selten um mehr als 1% und die private Speichernutzung bleibt unbeeinträchtigt.

Ungenutzte Speicherkapazitäten werden so sinnvoll eingesetzt und die Eigentümer am Ertrag der Regelleistungsvermarktung beteiligt. Eine Investition in einen Speicher, mit dem Ziel den Eigenverbrauch an selbst produziertem Strom zu erhöhen, wird damit für Eigentümer von Solaranlagen noch attraktiver. 

Preis für Reglleistung steigt
Kommt hinzu, dass Regelleistung zunehmend gesucht ist. Per Ende 2015 hat Swissgrid den Richtpreis für Regelleistung hochgesetzt. Grund dafür war eine angespannte Energie- und Netzsituation in der Schweiz: Weil es im Herbst weniger Niederschläge gab als sonst, waren die Speicherseen leer. Dazu kam ein erhöhter Bedarf an Energie aus Wasserkraft, da die zwei Atomkraftwerke Benznau 1 und 2 für Revisionen ausgeschaltet wurden. Ein versäumter Netzausbau machte es unmöglich, die Defizite über Stromimporte auszugleichen. Der Preis für Regelleistung – in der Schweiz klassischerweise durch Wasserkraftwerke erbracht – stieg in der Folge. Neue, innovative Möglichkeiten Regelleistung zu erbringen, können solche Situationen in Zukunft zu Teilen entschärfen.

Expansionspläne für Deutschland
Auch in Deutschland wird zurzeit im Rahmen des Gesetzentwurfs zur Weiterentwicklung des Strommarkts viel über Netzausbau diskutiert. Es geht um Milliardeninvestitionen in Nord-Süd-Trassen, die den Überschuss der Windenergie im Norden per Übertragung in den Süden ausgleichen sollen. Denn erst wenn das Netz mit den stark schwankenden Stromeinspeisungen von Wind- und Solarenergie umgehen kann, ist ein weiterer Zubau von Erneuerbaren Energien möglich, wird argumentiert. Eine lokale Zwischenspeicherung stellt hier eine Alternative beziehungsweise Ergänzung für den Netzausbau dar. Viele Speicher und deren Zusammenspiel können das Stromnetz und die Stromversorgung dezentral, flexibel und sicher machen. Mit 25'000 aktuell installierten Solarspeichersystemen in Deutschland gibt es viele potenzielle Zwischenspeicher. Ampard AG wird dieses Frühjahr zusammen mit dem Fenecon Energy Pool die Regelleistungserbringung mit Schwarmspeichern auch in Deutschland aufnehmen.

Über Ampard AG
Ampard AG entwickelt und betreibt intelligente Energie-Management-Systeme. Das 2011 gegründete Schweizer Unternehmen gilt als einer der 10 weltweiten Innovationsführer für Betriebssysteme von vernetzten Energiespeichern (Navigant Research, USA). Die Steuerungssoftware AMPARD fasst Stromspeicher zu einem virtuellen Kraftwerk zusammen. Dieses ermöglicht die Vermarktung von Regelleistung und weiteren Netzdiensten.

Das intelligente Energie-Management-System von Ampard für Solarstromspeicher optimiert den Eigenverbrauch und ermöglicht die Teilnahme am Regelleistungsmarkt. Aus der hauseigenen Stromgewinnung wird so das Maximum herausgeholt. Das AMPARD User Interface präsentiert diese persönlichen Photovoltaik-Erfolge auf smarte Weise. 

(SK)

Bild: mipan / Fotolia.com

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19.08.2016
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