„Für die Zusammenarbeit mit Startups müssen sich Corporates verändern“

Author: Stefan Kyora

19.02.2016 09:24

Nach drei erfolgreichen Durchführungen in Deutschland geht der Corporate Startup Summit Ende April zum ersten Mal in Zürich über die Bühne. Wir haben uns mit dem Organisator Lukas Strniste über den Anlass, Mitwirkungsmöglichkeiten für Startups und Corporates und Trends bei der Zusammenarbeit zwischen jungen und etablierten Firmen unterhalten.

Am 27. und 28. April wird in Zürich der Corporate Startup Summit stattfinden. Worum geht es bei dem Event?
Der Corporate Startup Summit ist ein exklusives Networking-Event, bei dem Unternehmen dabei unterstützt werden, die Startup-Philosophie bei sich im Unternehmen zu integrieren. Die Teilnehmer erhalten die Chance von erfahrenen Innovatoren zu lernen und Best-Practice Beispiele mit anderen ambitionierten Intrapreneuren zu diskutieren. Die aktiven Formate während des Events ermöglichen es, sich von den Machern selbst inspirieren zu lassen.

Es gibt heute zahlreiche Kollaboration zwischen Startups und Grossfirmen und auch das Thema „Intrapreneurship“ ist schon längere Zeit virulent. Warum braucht es jetzt eine Veranstaltung zu diesen Themen?
Dieser Ansatz ist in der Tat omnipräsent, aber aus unsere Perspektive zu einfach verfasst und nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Problem ist es, einen Nenner zu finden, der die Kooperation erfolgreich und nachhaltig macht. Die bekannte Vorgehensweise Startups auf bestehende organisatorische Strukturen eines Corporates zu übertragen, gestaltet sich schwierig und ist nicht 1:1 möglich. Damit eine Zusammenarbeit mit einem Startup überhaupt nachhaltig ist, muss sich eine Corporate-Organisation verändern – also eine Transformation anstreben. Große Organisationen stoßen heutzutage immer wieder auf zahlreiche Probleme, die sich aus Controlling-Prozessen, der Unternehmenskultur und dem In-The-Box-Thinking ergeben. Der Summit soll diesen Unternehmen Ansätze liefern, Probleme zu lösen und sich Inspirationen bei erfolgreich abgeschlossenen Projekten zu holen, sowie vorgestellte Best-Practice Beispiele anzuwenden. Zudem wollen wir mit unserem Event die Möglichkeit schaffen, Corporates und Startups einander näher zu bringen.

Welche Möglichkeiten gibt es für Startups am Event auf potenzielle Kooperationspartner zu treffen?
Teilnehmende Startups haben die Möglichkeit, durch einen intensiven Austausch in den Workshopgruppen, bei der Teilnahme an der Speed-Dating-Session oder beim Get-Together am Vorabend Kontakte zu knüpfen und interessante Gespräche zu führen. Eine weitere Möglichkeit potenzielle Partner kennen zu lernen, bieten Networking-Einheiten zwischen den Themen-Blöcken und Ausstellungsständen im Foyer-Bereich. Die für die Events zur Verfügung gestellte Applikation, ermöglicht Startups im Vorfeld Termine zu vereinbaren. Startups deren Interesse wir geweckt haben, können sich bei Cedric Teichmann unter cedric@corporatestartupsummit.com melden.

Momentan kann man sich noch als Speaker anmelden. Was für Beiträge sind gefragt?
Das Thema Corporate Entrepreneurship basiert auf kulturellen, methodologischen, strukturellen sowie kommunikativen Aspekten. Hierfür suchen wir Best-Practice Beispiele, sowohl von Projekten die in der Planung sind und umgesetzt werden sollen, als auch solchen die sich aktuell in der Umsetzung befinden oder bereits erfolgreich abgeschlossen wurden. Mit unserem Call-for-Paper hat jeder die Möglichkeit ein relevantes Thema einreichen. Die Konditionen sowie der Umfang der Bewerbung sind auf der Webseite der Veranstaltung sowie unter diesem Link zu finden.

Der Summit wurde bereits dreimal in Deutschland durchgeführt. Kam es wirklich zu einem Austausch über reale Herausforderungen und bewährte Erfolgsrezepte unter den Teilnehmern?
Als Fachexperten haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, sowohl die formelle als auch die informelle Kommunikation zu unterstützen. Um diesen Austausch niveauvoll zu gestalten, wurden Inhalte der Präsentationen individuell abgestimmt und in das zuvor festgelegte Gesamtbild der Veranstaltung integriert. Hierbei steht eine wertige Agenda im Mittelpunkt. Typische Berater- und Firmenpräsentationen sind nicht zugelassen und werden aussortiert.
Unsere Veranstaltungen verfügen über eine Event-Applikation, die den Teilnehmern einen aktiven Austausch untereinander ermöglicht. Sie können Networking-Termine abstimmen und sich über die Referenten und deren Agenda ausführlich informieren. Schon beim gemeinsamen Frühstück, schafft eine lockere Atmosphäre neue Kontakte.
Dass auf unseren Events Netzwerke entstehen, die zu späteren Kooperationen führen, beweist die Zusammenarbeit zwischen Bayer und Innovation Radicals. In 2014 haben sich die beiden Parteien auf einem Summit zusammengefunden und bereits 2015 auf einem weiteren Event die Ergebnisse des gemeinsam durchgeführten Projektes vorstellen können.

Warum soll der Summit jetzt in Zürich durchgeführt werden?
Durch wachsende Nachfrage und positive Resonanz bezüglich vergangener Veranstaltungen wird ab 2016 mit Zürich die Internationalisierung des Corporate Startup Summits gestartet. Für die Zukunft möchten wir in diversen europäischen Städten nationale Summits veranstalten. Für die diesjährige Veranstaltung gehen wir von einem Zuwachs an Teilnehmern aus ganz Europa aus.

Sehen Sie bestimmte Trends bei der Zusammenarbeit zwischen Corporates und Startups?
Eine Zusammenarbeit kann diverse Formen annehmen - finanzielle Unterstützung, Venture-Client-Prinzip, Lizensierung der Technologie usw. Die Zusammenarbeit zwischen Corporates und Startups wird vor allem durch den Erfolg der Corporate Inkubatoren und Acceleratoren dominiert. Jedoch auch die weniger ressourcenintensive Kooperations-Programme gewinnen an Bedeutung. Dies bestätigt unsere Studie mit dem Fokus auf den Deutschen Markt, die wir in eine Zusammenarbeit mit der HTW Berlin, Professur für Strategisches Management und Case Studies 2015 veröffentlicht haben. Aus den identifizierten 21 Startup-Plattformen (Inkubatoren, Acceleratoren oder Kooperations-Programme) sind insgesamt 17 nur in den letzten drei Jahren entstanden. Dieses Thema wird auch in unserer Agenda berücksichtigt und ist in den Diskussionsrunden sowie in den Best-Practice-Präsentationen vertreten.

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